FC Wiggensbach erkämpft sich 3:3-Remis gegen Königsbrunn

Erst hui, dann Pfui: Der FCW dominiert die erste Hälfte, müsste mit mehr als zwei Toren Vorsprung führen. Doch nach einer schwachen zweiten Halbzeit darf sich das Team glücklich schätzen, wenigstens einen Punkt mitzunehmen.

Es dauerte keine Viertelstunde, da stach der neue Wiggensbacher Trumpf: Radu Lazar besorgte mit einem spektakulären Kopfballtreffer die 1:0-Führung. Der Stürmer hatte den FCW in der Saison 2022/23 zum Aufstieg gebombt und wurde im Winter erneut verpflichtet, um die schwache Offensive im Kampf um den Bezirksliga-Klassenerhalt zu verstärken. Gegen Königsbrunn bewies er prompt seine Kaltschnäuzigkeit. In der elften Minute leitete der 31-Jährige den Angriff selbst ein und stand bei Luke Maguires Hereingabe von der rechten Seite wieder in der Mitte bereit. Sein Kopfball senkte sich wie eine Bogenlampe ins linke obere Eck.

Doch die Euphorie darüber ebbte schnell ab, als seine Mannschaft eine Minute später den Ausgleichstreffer kassierte. Statt den Ball ins Aus rollen zu lassen, klärte Innenverteidiger Tobias Peter das Spielgerät von der Grundlinie in die Mitte des Sechzehners. Dominic Hiemer wollte den Ball entschärfen, er schoss dabei FCW-Keeper Francesco Marinaro an. Der Ball prallte zu Königsbrunns Manuel Hampp der aus kurzer Distanz zum 1:1 schob.

Lazar versetzte die Wiggensbacher Fans noch ein zweites Mal in Ekstase. Nach Flanke von Hiemer stieg der Vollblutstürmer in die Luft und knipste per Seitfallzieher ins kurze Eck (27. Minute). Der FCW blieb danach die bessere Mannschaft. Kapitän Lukas Ried vergab zwei hochkarätige Gelegenheiten, auf 3:1 erhöhen. Zuerst umkurvte er den gegnerischen Schlussmann Nico Hopfenzitz, traf aus spitzem Winkel dann aber den Pfosten statt dem leeren Tor. Dann hatte er nach starker Vorarbeit von Johannes Heinle wieder den dritten Treffer auf dem Fuß, scheiterte aber freistehend aus kurzer Distanz an Hopfenzitz.

Nach dem Pausentee riss zunehmend Königsbrunn die Spielkontrolle an sich. Lazar musste nach einem schmerzhaften Gesichtstreffer vom Feld. Der FCW stemmte sich lange dagegen, musste in der 81. Minute aber den 2:2-Ausgleich der spielstarken Gäste schlucken. Königsbrunns Torjäger Luca Sommer tanzte Peter aus und schloss eiskalt ab. Damit nicht genug: In dessen ersten Offensivaktion nach dem Anstoß ließ die Wiggensbacher Defensive Sommer wieder sträflich viel Platz. Der lief allein auf Marinaro zu und tütete die 3:2 Führung für Königsbrunn ein. Der 22-Jährige bewies eindrucksvoll seine Treffsicherheit, während der glücklose Ried die beste Wiggensbacher Chance in Hälfte zwei vergab. Wieder hatte er versucht, am Torhüter vorbeizugehen und dann einzuschieben.

Wiggensbach war am Boden, Königsbrunn wähnte sich bereits, auswärts drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf geholt zu haben. Doch in der 90. Minute erspielte sich der FCW noch eine gefährliche Offensivaktion. Joker Jonas Roth dribbelte mit dem Ball in den Sechzehner und ging nach einem Zweikampf zu Boden. Schiedsrichter Jakob Hanser entschied auf Strafstoß. Wiggensbachs spielender Co-Trainer Simon Kolb übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 3:3-Endstand. Nach starker erster Halbzeit fühlte sich das Ergebnis für Wiggensbach wie eine Niederlage an, dass es überhaupt zum Unentschieden reichte, war glücklich.

Vorschau: TSV 1862 Babenhausen – FC Wiggensbach; Samstag, 14. März – 14 Uhr

Für Gegner Babenhausen (10. Platz/24 Punkte) ist das Heimspiel gegen Wiggensbach (12./20) die erste Partie nach der Winterpause. Zwar haben die Unterallgäuer vier Zähler mehr auf dem Konto als der FCW, doch auch sie müssen weiter punkten um nicht in den Bezirksliga-Tabellenkeller zu rutschen. Wiggensbach ist seit September in Punktspielen sieglos und lechzt nach drei Zählern. (ep)